Die Welt in Dragon Age Origins
Orzammar
Die Geschichte lehrt uns, dass sich die Königreiche der Zwerge einst unter ganz Thedas erstreckten und dass es unzählige, “Thaigs” genannte, unterirdische Stadtfestungen gab. Damals war Kal Sharok die Hauptstadt und Wohnsitz sämtlicher Adelshäuser, während Orzammar nicht mehr war, als der Sitz der Minenarbeiter- und Schmiede-Kasten. Und dennoch ist diese gewaltige, steinerne Stadt, die in einer riesigen Höhe über einem Meer aus flüssiger Lava errichtet wurde, ein atemberaubender, inspirierender Anblick. Nirgendwo sonst ist der Klang der Schmieden lauter, wenn die besten Schmiede ihre Arbeiten erschaffen, um die sie alle anderen Rassen beneiden. Zahllose Thaigs gingen verloren, als die Dunkle Brut während der ersten Verderbnis wie Teufel aus den Tiefen Wegen strömten. Und in jeder Generation mussten weitere Teile der Tiefen Wege versiegelt und weitere Thaigs für immer aufgegeben werden. Nun hält nur noch Orzammar stand – die letzte Bastion und fantastischste Schöpfung der Zwergenrasse.
Haven
Vor einigen Jahren besuchte ein einsamer Reisender eine Taverne in Denerim und teilte nach zahlreichen Krügen Bier eine der Geschichten seiner Reisen mit dem Wirt. Er behauptete, er habe weit oben im Frostgipfel-Gebirge ein seltsames, friedliches Dorf entdeckt, dessen Bewohner zwar freundlich, aber auch ein wenig reserviert waren. Sie gaben ihm etwas zu essen, tränkten sein Pferd und baten ihn dann, sich umgehend wieder auf den Weg zu machen. Als er sich damit aber zu viel Zeit ließ, änderte sich plötzlich die Stimmung. Ihre Gesichter wurden hart, Messer wurden gezückt, und die Dorfbewohner erklärten dem Reisenden, dass das Kommende “in Andrastes Namen und zum Wohle aller” geschehe. In Panik floh er aus dem Dorf und war danach nicht mehr in der Lage, den Weg dorthin wiederzufinden. Obwohl sich der Reisende in der Taverne ein Zimmer nahm, schlief er dort nicht ein einziges Mal. Er verschwand noch in derselben Nacht und wurde seither nicht wieder gesehen.
Redcliffe
Das Dorf Redcliffe liegt am westlichen Ufer des Calenhad-Sees und trägt seinen Namen wegen des rötlichen Farbtons der Klippen, die über ihm aufragen. Aus dem Dorf führt ein Weg in die Berge und dann über eine Brücke bis zu einer Insel, auf der Schloss Redcliffe steht, das deutlich älter ist, als das Dorf selbst. Seit den Tagen der Clans der Alamarri bewacht dieses Schloss den Hauptpass, der durch das Frostgipfel-Gebirge nach Orlais führt. Es war dieser Ort, an dem die Hügelstämme der Avvar zum ersten Schlag gegen die Ebenen des Ostens ausholten, und es war dieses Schloss, das Orlais in die Knie zwingen musste, bevor es mit der Eroberung Fereldens beginnen konnte. Allerdings haben es die Bewohner Redcliffes dem Feind nicht leicht gemacht, denn auch wenn sie einfache Leute sind, so sind sie doch stolz auf ihre Rolle als Fereldens erste Verteidigungslinie. Ein örtliches Sprichwort lautet “In den Bergen dieses Landes steckt ebenso viel Eisen wie in seinen Menschen”, und niemand wagt es, daran zu zweifeln.
Ostagar
Die Festung von Ostagar markiert den südöstlichsten Punkt, bis zu dem das alte Reich von Tevinter in die Gebiete der Barbaren vorgedrungen war. Sie galt einst als eine der wichtigsten Befestigungen südlich des Wachen Meeres. Am Rand der Korcari-Wildnis gelegen, sollte sie jedes Zeichen einer Invasion der Barbaren melden, die heute als Wilde der Chasind bekannt sind. Die Festung befand sich an einem engen Pass in den Hügeln, und wer die fruchtbare Ebene im Norden erreichen wollte, musste an ihr vorbei. Aufgrund ihrer strategisch optimalen Lage war es für die Wilden ausnehmend schwierig, sie anzugreifen.
Wie die meisten Anlagen des Reichs im Süden wurde Ostagar nach dem Niedergang von Tevinter während der ersten Verderbnis verlassen, woraufhin es von den Chasind besetzt wurde. Als jedoch nach der Gründung der heutigen Nation von Ferelden auch die Bedrohung durch diese “Wilden” ausgeschaltet wurde, blieben von Ostagar nichts als Ruinen übrig.
Obwohl die Festung nun seit vier Jahrhunderten unbemannt ist, stehen die meisten ihrer Mauern noch – ebenso wie der große Turm von Ishal, der nach dem berühmten Archon benannt ist, der ihn erbauen ließ. So ist Ostagar auch heute noch ein Zeugnis der magischen Macht des Reiches, das es errichtet hatte.
Die Korcari Wildnis
Die Korcari Wildnis ist ein gewaltiges Waldgebiet im kühlen Süden, dessen genaue Ausmaße nicht bekannt sind. Die darin lebenden “Wilden” der Chasind sagen, noch weiter im Süden läge eine Einöde aus Eis und Schnee, in der es nichts als trostlose Steppe und nomadische Barbaren gäbe. Allerdings glauben die Nordländer nur wenig von dem, was die Chasind sagen. Nach den Maßstäben Fereldens sind die Chasind ein primitives Volk, das noch immer im Aberglauben gefangen ist und sich an die Lebensweisen ihrer Schamanen klammert. Reisende berichten, dass sie in Häusern auf Stelzen leben und die mythischen Hexen der Wildnis fürchten, die drohen, ihre Kinder zu rauben. Mit den in ihren Nebeln verborgenen Geheimnissen und Gefahren stellt die Korcari-Wildnis den letzten wirklich ungebändigten Landstrich in ganz Thedas dar.
“Mit den in ihren Nebeln verborgenen Geheimnissen und Gefahren stellt die Korcari-Wildnis den letzten wirklich ungebändigten Landstrich in ganz Thedas dar.”
Turm des Zirkels
“Auch wenn der Turm heute vor allem als Sitz des Zirkels der Magi bekannt ist, darf nicht vergessen werden, dass dieses gewaltige Bauwerk inmitten des Calenhad-Sees schon lange vor der Gründung des Zirkels existierte. Die Feste Kinloch wurde von den Avvars mit Hilfe der Zwerge in einem Zeitalter erbaut, in dem die Bergmenschen einen Großteil des Tales beherrschten und sich im ständigen Krieg mit den Clans der Alamarri befanden. Der Wachturm galt lange Zeit als absolut uneinnehmbar, bis es dem Reich von Tevinter schließlich doch gelang, die Avvars in das Frostgipfel-Gebirge zurückzudrängen. Die Grausamkeit, mit der die Krieger aus Tevinter im Turm unter den Avvars wüteten, war Grundlage einer grausigen Legende, die sich über Jahrhunderte hielt. Man hielt den Turm für verflucht, bis ihn schließlich der Zirkel der Magi in 3:87 Zeitalter der Türme für sich beanspruchte, nachdem dessen ursprünglicher Sitz in Denerim vernichtet wurde. Ein kleines Dorf am Ufer des Sees hält eine Fährverbindung zu dem Turm aufrecht, obwohl sich nur selten Besucher dorthin verirren. Heutzutage kommen die meisten Besucher der Feste Kinloch dorthin, um entweder den Umgang mit Magie zu erlernen oder um diejenigen zu überwachen, die diese Kunst beherrschen.” – Aus “Die Geschichte des Zirkels in Ferelden”, von Lothair, Erster Verzauberer
Denerim
“Denerim, die Hauptstadt Fereldens, war ursprünglich ein Vorposten des alten Reichs von Tevinter. Als Zeichen der Macht des Reiches ließen dessen Magier an einem Berghang einen dunklen Turm in den Himmel wachsen. Als das Reich schwand, ging der Turm in den Besitz der Teyrns über, die über ein Jahrtausend lang über dieses Gebiet herrschten.”
“Als Teil von Fort Drakon steht dieser Turm noch heute und ist für jedes Schiff, das sich der felsigen Küste nähert, schon von Weitem sichtbar. Die Stadt, die sich um ihn herum entwickelt hat, wurde regelrecht aus dem Hang des Berges geschlagen, auf dem er thront. Während des Zeitalters der Drachen ist die Einwohnerzahl Denerims so stark angewachsen, dass die Stadt inzwischen ihre Kapazitätsgrenzen errreicht hat, obwohl die engen, durch ein Netzwerk von Brücken verbundenen, Stadtviertel ohnehin schon mehr oder weniger übereinander gebaut sind. Die engen Gassen des unteren Hafenviertels wirken fast wie ein Labyrinth, und das mit einer Mauer umgebene Gesindeviertel der Elfen ist so überfüllt, dass allein in den letzten zehn Jahren mehrere Säuberungsaktionen nötig waren, um die Ordnung aufrechtzuerhalten.”
“Im Rest der Welt ist Denerim vor allem als Andrastes Geburtsort berühmt. Das unscheinbare Monument, das zu Ehren der Prophetin im Palastviertel errichtet wurde, entspricht allerdings dem typischen Stil Fereldens – es ist ein großer Fels, den eine einfache Friedensbotschaft ziert. Aus allen Ecken des Landes kommen die Gläubigen nach Denerim, um den Geburtsstein zu berühren und ein stilles, respektvolles Gebet zu sprechen. So laufen die Dinge in Denerim ab, und genau so wollen es seine Einwohner haben.” – Aus “Auf der Suche nach Wissen: Die Reisen eines Scholaren der Kirche”, von Bruder Genitivi
Das Nichts
Seit der Mensch träumt, wandert er auf den verschlungenen Wegen des Nichts, erspäht bisweilen sogar die dunkle Stadt in der Mitte. Es ist uns so nah wie unsere Gedanken und dennoch unüberbrückbar von unserer Welt getrennt. Es ist ein Reich, das den ersten Kindern des Erbauers gehört: den Geistern. Durch den Schleier beobachten sie eine Welt, die sie nicht verstehen, und diejenigen unter ihnen, die neidisch auf das werden, was sie sehen, werden zu Dämonen. Sie lauern in den Träumen derer hinter dem Schleier und erschaffen eine Albtraumversion ihrer Welt, um sich an einem Leben zu laben, das sie selbst nicht führen können. Während die meisten das Glück haben, sich nicht an ihre Zeit im Nichts erinnern zu können, lastet auf den Magiern der ewige Fluch, nichts davon vergessen zu können. Die Quelle der Magie, das Reich der Träume, das Land des Erbauers – das Nichts trägt viele Namen und ist doch vor allem eines: das größte Mysterium der Schöpfung.



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